Auf Reisen
bald ist es soweit, also am Montag. Da fliege ich dann nach einem Jahr mal wieder nach Deutschland. Jaja. Und da freue ich mich richtig drauf und hoffentlich freuen sich auch andere, dass ich da auftauche und etwas verweile. 3 Wochen lang. Bis bald, D. und alle Lieben die da wohnen und mich empfangen werden.
Herr M - 18. Dezember, 13:39
ich bin jetzt wieder da, und ich habe somit auch wieder Zugang zu den modernen Kommunikationsmitteln der Neuzeit, nachdem ich sogar fast eine Woche an einem Ort ohne Mobilfunknetz war... schön ruhig war das, jedenfalls bezogen auf klingelnde Mobiltelefone... in den nächsten Tagen folgt dann mal ein kleiner Reisebericht mit der ein oder anderen Fotostrecke...
Herr M - 24. August, 15:20
man, eigentlich wollte ich hier schon längst ein paar Sachen geschrieben haben, denn es soll - abgesehen von den losen (hier ist so ein wöchentliches Format vorgesehen) Statusbericht über meine Person - mal was Neues ausprobiert werden, also von mir, also hier. Werdet ihr dann sehen.
Aber ein bisschen Geduld - das sollte dem Leser dieses Blog nichts Neues sein - werdet ihr brauchen, denn morgen früh fahre ich 10 Tage in den Norden Portugals, meine erste Prozession wird da auf mich warten samt Dorffest in Aldeia do Bispo (was soviel heist wie Dorf des Bischofs). Das wird bestimmt super, so mit Jesus oder Maria, das weiss ich noch nicht - durch das ganze Dorf tragen und essen und trinken und lachen und essen und ...
dann noch ein paar Tage auf dem Gut (also Castelo Novo - was soviel heisst wie Neue Burg) und auf der Veranda sitzen und lesen und essen und trinken und dann noch Benfica gegen Kopenhagen am 14.08. sehen, vielleicht in der Kneipe, die dann mit einem Mal ganz voll wird und laut und verraucht - hier darf man noch in Kneipen rauchen, also eigentlich überall, und wo man es nicht darf macht man es trotzdem. Also ein paar Tage Urlaub... ohne Strand!
Herr M - 10. August, 23:10
Jetzt bin ich also wieder in Portugal, nach einer wunderschönen Deutschland-Reise. Das lag nicht nur an den Menschen, die ich getroffen, gesprochen, gesehen, gerochen, genossen habe. Nein auch am allgemeinen Umstand, dass es sich um meine Heimat handelt(e).
Das ist ein schweres Wort: HEIMAT.
Durch Zufall habe ich einen Beitrag darüber auf arte gesehen, in Karamboulage, denn eine Übersetzung ins Französische ist schwierig. Dort wurde gesagt, - und ich nehme das mal hin, weil ich glaube, dass es gut recherchiert war - dass Heimat - aus dem ALtdeutschen kommend - das Gegenteil von ELEND bedeutet, Elend im Sinne von Fremde, in der ich mich nicht gut fühle, weil ich mich nicht versorgen kann.
So passt das schon ganz gut, also die Definition.
Und so habe ich es auch ein wenig gefühlt, weil es ja kein Geheimnis ist, dass ich Schwierigkeiten habe, mir hier einen Freundeskreis aufzubauen.
Das Netzwerk fehlt. Vorher - egal wohin ich gezogen bin - gab es die Uni als Netzwerk - in Berlin dann auch noch per Glücksfall meinen "Obermieter" als Ausgangspunkt für ein Netzwerk.
Aber hier - also in P - habe ich nur ein Netzwerk - aber die Leute, die ich über die Stiftung kennenlerne sind nicht die, mit denen ich mir vorstellen könnte eine Freundschaft aufzubauen, da fehlt ganz viel.
All das, was mir hier fehlt, hatte ich gerade, jedenfalls eine Idee davon. Ich habe zwar auch gemerkt, dass ich z.B. nicht mehr alltäglicher Teil der "Prosse-Gang" bin, aber ich fühlte mich willkommen, fühlte mich geborgen, fühlte mich glücklich, was ich auch zum Ausdruck brachte.
Zerissen, das bin ich.
Und jetzt bin ich wieder hier und brauche meine Zeit um anzukommen, weil sich Alles so merkwürdig anfühlt, weil das auf einmal wieder andere sind, andere Sitten, eine andere Sprache und ein Himmel der auf unerträgliche Art und Weise strahlt. Voller Grau strahlt, und ich friere.
Aber wann komme ich endlich mal an einen Punkt, der sowas wie ein Etappenziel ist auf meiner Suchreise des Lebens, momentan ist es nicht hier, also in Portugal, aber auch nicht in Deutschland, aber wo?
Und wie findet man verlorengegangene Leidenschaft wieder?
So, es steht fest. Flug ist gerade eben gebucht, nach Deutschland. Am 03.05. wird der gehen, nach Hannover. Und am 22.05. wieder ZURÜCK. Dazwischen: nach Berlin - und hoffentlich bleibt auch die Zeit für Oldenburg, wenn ich dort ansässige nicht in Celle treffen kann - fahren, um Freunde zu sehen, aber auch um meinen Prof zu sprechen. So persönlich ist das dann doch irgendwie schöner.
Ich würde ja dann auch noch einen kleinen Abstecher nach L. machen wollen, zur Piratin - in deren Andenken ich am 25.04. (25 de abril sempre, fascismo nunca mais) ein Holzbein trank.
Das wird betimmt eine schöne Reise, bei der ich mich besonders derüber freue, dass ich wieder zurück fahren werde.
Das habe ich jetzt mal so entschieden.
Herr M - 27. April, 17:13
... das bin ich, ich brauche immer ein paar Tage. Aber jetzt habe ich das Gefühl wieder hier zu sein... zum größten Teil wenigstens.
Aufregend war die Zeit in Deutschland. Ein paar schöne ... sehr schöne Tage mit der Familie in C. Aber auch anstrengend, mein Körper hat sich bestimmt das ein oder andere Mal gedacht: Muss das jetzt so sein, kann der nicht mal schlafen gehen, oder wenigstens später aufstehen... aber zu Essen hat er immer bekommen: vor allem den besten Kartoffelsalat der Welt...
Dann - ein Tag später als zuerst geplant ... zum Teufel mit den Plänen - nach Berlin. Herzlich: Alles. Körper hat dann mal eingesehen, dass all sein bitten und flehen keine Wirkung zeigt. Und in B. gibt es ja auch Mate - für alle, die auf Schlaf verzichten wollen für eine Weile. All die lieben Leute wiedergesehen, gequatscht, geraucht, getrunken, rumgelaufen in der Stadt, die mal mein zu Hause war. Mein Herz - ein Stück davon - wohnt immer noch da, hat Sprünge gemacht. Silvester mit Piratin und vielen anderen auf dem Dach. Feuerwerk gucken. Immer noch schön der Gedanke, selbst über eine Woche danach. Und gar nicht so kalt, wie ich befürchtet hatte. (Wann wirds mal endlich wieder Winter möchte man da fast fragen...;-))
Alles in Allem sehr schön, bis auf einige seltsame Begebenheiten, z.B. der Nasenbruch am Heiligen Abend, nein, meine Nase ist heil geblieben, aber die vom T. nicht. Und dann noch andere Dinge, die hier niemanden zu interessieren haben (Niemanden!)...
Deswegen hat alles ein wenig länger gedauert, also mit dem Ankommen, aber ich bin auf einem guten Weg, wenn man überhaupt irgendwo ankommen kann und das Leben nicht vielmehr eine immerwährende Reise ist... (siehe Bücherliste, Chatwin).
dann also ein gutes neues Jahr und fröhliches Bloggen und Kommentieren...
Herr M - 9. Januar, 11:59